Gastronomiestandort Ruhrorter Werft in Frankfurt
Planungszeitraum: 2010 - 2011
1. Platz Planungswettbewerb – Mehrfachbeauftragung Gastronomiestandort Ruhrorter Werft
„EINEN ORT ZU SCHAFFEN, WELCHER ZUR AUSEINANDERSETZUNG ANREGT UND HOHE AUFENTHALTSQUALITÄTEN BESITZT, IST DAS VORNEHMLICHSTE ZIEL DES ENTWURFS.“
Der Gebäudeentwurf nähert sich dem industrie-historisch geprägten Standort mit dem Thema der Inszenierung offener „Bühnen“. Es entsteht ein Bauwerk, welches auf drei Niveaus „Bühnen“ für seine Besucher bietet und nicht sich, sondern auf eindrucksvolle Weise die Ruhrorter Werft als geschichtsträchtigen Ort im Frankfurter Osthafengebiet inszeniert. Im Innen- wie Außenbereich lässt es sich erleben, bespielen, bewirten und schafft somit alle Voraussetzungen dazu, dass sich der Gastronomiestandort so zu einem weiteren prägnanten Anlauf- und Treffpunkt in der nachindustriellen
Flusslandschaft entwickeln wird.
Charakteristisch ist ein Wechsel von offenen und geschlossenen Wand- und Deckenflächen, wobei die Offenheit des Baukörpers den Entwurf dominiert. Durch einen hohen Anteil an transparenter, partiell transluzenter Verglasung wird der freie Blick in jeweils unterschiedliche Richtungen ermöglicht und es werden fließende Übergänge zwischen Innen- und Außenraum erzeugt: Die raumhohen Verglasungen lassen sich bei entsprechender Witterung großflächig öffnen. Die Umgebung ist von den verschiedenen Geschossebenen aus sichtbar und erlebbar - von der östlich gelegenen Eisenbahnbrücke über den Fluss im Süden, die Skyline Frankfurts im Westen bis zum zukünftigen EZB-Standort im Norden.
Durch die Verbindung des Baukörpers mit der öffentlich zugänglichen Aussichtsplattform, die auf der Kranbahn der sanierten Hafenkräne entstehen wird, ergibt sich eine funktionale Symbiose des Baukörpers mit dem Industriedenkmal.
Funktionale Gliederung
Im Erdgeschoss befindet sich der grosszügige Gastraum. An dem Gebäudekörper werden im Süden und Osten Flächen für Außengastronomie mit Service angeboten.
Die Flächen im Süden sind durch eine Auskragung der darüberliegenden Gebäudeebene überdacht. Die Außengastronomie unter dem bestehenden Platanenhain ist als Self-Service-Bereich vorgesehen, der über einen separaten Servicepunkt verfügt.
Im 1. Obergeschoss befindet sich ein Veranstaltungsraum, der dem Besucher ein 270°-Panorama nach Westen, Süden und Osten bietet. An den Veranstaltungsraum ist eine Außenterrasse angegliedert, die das Gerüst der Kranbahn integriert und die Industriegeschichte direkt erlebbar macht. Die Außenterrasse wird zum Teil von der öffentlichen Aussichtsplattform überdeckt, die von der Stadt Frankfurt am Main auf der sanierten Kranbahn errichtet wird.
Im Dachgeschoss sind eine kleine Bar und eine grosszügige Dachterrasse angesiedelt. Die Dachterrasse ist niveaugleich an die öffentlich zugängliche Aussichtsplattform auf der Kranbahn angeschlossen. Die Aussichtsplattform ist über den öffentlichen Eingang im Norden des Gastronomiegebäudes und das öffentliche Treppenhaus erreichbar. Das Treppenhaus ist zusätzlich mit einem behindertengerechtem Aufzug ausgestattet. Darüber hinaus bietet der Gastronomiestandort im Kellergeschoss öffentliche Toiletten an.
