1 2 3 4 5 6 Txt Pdf HT 38

Neubau eines Einfamilienhauses mit Einliegerwohnung und Carport

 

Bauherr privater Bauherr
Standort Dreieich-Buchschlag
Fläche ca. 310 m²
Kosten k. A.
Baujahr 2003 - 2004

 

In einem inzwischen als gewachsen zu bezeichnenden Wohngebiet der frühen fünfziger Jahre des letzten Jahrhunderts hatten die Bauherren ein Grundstück von zirka 620 qm Grundfläche erworben, bebaut mit einem in die Jahre gekommenen, kleinen Wohnhaus. Das Raumprogramm war üppig. Ein großzügiges Wohnhaus für eine vierköpfige Familie, samt Arbeits- u. Gästezimmer, Doppelgarage und Bikeport, sowie einer separaten Einliegerwohnung. Eine Nutzung des bestehenden Wohnhauses stand nicht zur Debatte, vom allgemeinen Zustand einmal abgesehen, und dem Wunsch der Bauherrenschaft nach einem “Neubau”.
Es wurde ein kleiner Wettbewerb unter 3 Architekturbüros veranstaltet, den wir für uns entscheiden konnten.  Im Gegensatz zu unseren Mitstreitern hatten wir die Einliegerwohnung nicht in ein Souterrain-Geschoß verbannt, sondern diese am östlichen Ende im OG und dem DG organisiert und über eine Außentreppe erschlossen. So ist eine charmante kleine Wohnung mit allem Komfort, viel Licht und eigener Dachterrasse entstanden, die bei Bedarf ebenso problemlos dem Haupthaus zugeschaltet werden könnte. Es stören sich die beiden Wohneinheiten durch ihre Orientierung in ihrer Abläufen nicht. Der Baukörper selbst entwickelt sich tief in Ost-West Richtung und öffnet sich auf allen drei Ebenen mit seiner Längsseite nach Süden. In diese Richtung ist er gestaffelt, dreiseitig von einer Dachterrasse umgeben, und im EG durch ein Holzdeck auf zwei Ebenen bis in den Garten erweitert. Im Gegensatz hierzu stellt sich die Nordseite relativ geschlossen dar, mit lediglich einer großen Öffnung im Bereich des Treppenhauses und zeigt das mit Kuhfellen bespannte Geländer der dahinter liegenden Stahltreppe. Die hier konzipierte Dreigeschossigkeit, ist städtebaulich durch den angrenzenden öffentlichen Grünbereich, sowie die gegenüber liegende Bebauung aus jüngerer Zeit zu vertreten. Der sehr langgestreckte und ganztägig besonnte Garten, verläuft parallel zum Haus ebenfalls in Ost-West-Richtung. Im Osten stellt der Waldrand, durch eine kleine Zufahrtsstraße getrennt, die natürliche Begrenzung dar.  Nach Westen ist der Garten bis auf das schräge Carportdach hochgezogen und erfährt so eine optische Erweiterung. Das Haupthaus beansprucht mit seinen Gemeinschaftsbereichen das gesamte Erdgeschoß und springt im östlichen Teil, in den beiden darüber liegenden Geschossen, für die Einliegerwohnung um zirka eine Drittel in der Länge zurück. Im Obergeschoß sind die Kinderzimmer, sowie der Arbeits- und Gästebereich angeordnet.  Über das Dachgeschoß verfügen die Eltern, mit herrlichem Blick nach Süden und Westen und einer zweiseitig umlaufenden, Holzdachterrasse. Der Zugang erfolgt, für beide Wohneinheiten,  an den entgegen gesetzten Enden in der Fuge zwischen dem verputzten, zweigeschossigen Baukörper und dem mit einem Holzwerkstoff verkleideten, dreigeschossigen Winkel.  Der Kontakt zum Außenraum ist, jeweils in zwei Himmelsrichtungen über großzügige, geschosshohe Fenster-Tür-Elemente hergestellt. Somit verfügt das Haus in alle Räumen über ein grandioses Licht.